Erwiderung zur Rezension "Wir sind keine Insel"

 

Sehr geehrte/r Frau/Herr? Lenz!

 

Danke für die freundliche Rezension zu "Wir sind keine Insel". Aber ich muß hier, glaube ich, etwas zur Klärung sagen, eine Tatsache, die nach meinen Erfahrungen auch von anderen Leser/innen leicht übersehen wird: Das Ende steht nicht am Schluß. - ?

Erzählungen, Romane werden, wie wir wissen, in der Vergangenheit geschrieben, diese Erzählung  schreibt nun in der Vergangenheit und, sagen wir, in der Vorvergangenheit. Beide Formen nun sind ineinander verschränkt, d. h. in der Vergangenheit tauchen Erinnerungen aus der "Vorvergangenheit" auf. Diese Verschränkung endet mit dem Schluß des 3. Kapitels mit den Worten: "Es wird Zeit für mich zu gehen", danach stehen nur noch Erinnerungen in der Vorvergangenheit, das Ende steht  folglich am Schluß des 3. Kapitels, denn alles, was jetzt folgt, geht dem zeitlich voraus.

Dieses Ende läßt aber, wie ich meine, trotzdem genügend Spielraum für Ihre Vermutung: "dass gerade das offene Ende gewollt ist, weil es uns aus der Geschichte nicht entläßt, sondern uns immer wieder anhält, über die Geschichte und die Spiegelbilder nachzudenken".

Die Deutung fällt nun vielleicht sogar etwas leichter. Allerdings muß der/die Leser/in die Erzählung bis zum Schluß gelesen haben, um das Ende, das am Anfang steht, richtig verstehen zu können.

 

 

Achim Fischer 

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------