Rezension bei Amazon

Zu "Wir sind keine Insel"
Der Untertitel „Spiegelbilder" trifft voll ins Schwarze. Diese Erzählung ist ein exzellent erzähltes Spiegelbild unserer Gesellschaft mit ihren Höhen, besonders aber ihren Tiefen. Sprachlich bereitet sie einem einen Genuß, bei manchen Passagen hat man das Gefühl, der Autor hat Vergnügen daran gefunden, mit Sprache zu spielen. Inhaltlich wünschte man sich manchmal an Stelle der „Spiegelungen" etwas mehr Erzählung, wenngleich zugegeben werden muß, dass alles gesagt ist und die Spiegelungen den Kernbereich unserer Gesellschaft treffen. Offenbar hat der Autor für seine „Reflexionen" die Zeit des Kalten Krieges vor Augen gehabt, die zugrunde liegenden Tatbestände und die darauf beruhenden Reflexionen aber besitzen eine zeitlose Gültigkeit.
Zum Schluß ist zu sagen, dass manchen vielleicht das offene Ende unbefriedigend erscheint. Aber wir können uns vorstellen, dass gerade das offene Ende gewollt ist, weil es uns aus der Geschichte nicht entläßt, sondern uns immer wieder anhält, über die Geschichte und die Spiegelbilder nachzudenken.

Lenz

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